ADAS-Kalibrierung:Warum sie entscheidend ist &was Werkstätten wissen müssen

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ADAS-Kalibrierung:Warum sie entscheidend ist &was Werkstätten wissen müssen

ADAS-Kalibrierung: Warum sie entscheidend ist & was Werkstätten wissen müssen | OBDWelt.de

Was sind ADAS-Systeme?

ADAS steht für Advanced Driver Assistance Systems – fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme. Sie nutzen Kameras, Radar-, Ultraschall- und LiDAR-Sensoren, um das Fahrzeugumfeld permanent zu erfassen und den Fahrer zu unterstützen oder im Notfall automatisch einzugreifen.

Zu den verbreitetsten ADAS-Systemen gehören der automatische Notbremsassistent (AEB), der Spurhalteassistent (LKA), der Totwinkelwarner (BSM), der adaptive Tempomat (ACC) sowie Systeme zur automatischen Fernlichtsteuerung und Verkehrszeichenerkennung.

Kamera
📷

Frontkamera

Spurerkennung, Verkehrszeichen, Fußgängererkennung, Fernlichtassistent

Radar
📡

Front-/Heckradar

Adaptiver Tempomat (ACC), automatische Notbremsung, Totwinkelwarner

LiDAR
🌐

360°-Sensorik

Parkassistenz, Querverkehrswarnung, automatisches Einparken

Ultraschall
🔊

Nahbereichssensorik

Einparkhilfe, Anhängerkupplung, Manövrierhilfen im Langsamverkehr

Warum müssen ADAS-Systeme kalibriert werden?

Die Sensorik moderner Fahrerassistenzsysteme ist extrem präzise – und damit auch extrem empfindlich gegenüber mechanischen Veränderungen. Eine Frontkamera für die Spurerkennung ist auf eine Winkelgenauigkeit von wenigen Zehntelgrad angewiesen. Schon eine minimale Verdrehung durch den Austausch der Windschutzscheibe reicht aus, um das System unbrauchbar oder gar gefährlich zu machen.

Kalibrierungen sind nach folgenden Arbeiten immer erforderlich:

  • Windschutzscheiben-Austausch (Frontkamera betroffen)
  • Arbeiten an Stoßstange vorne oder hinten (Radar-/Kameramontage)
  • Fahrwerksarbeiten, Achsvermessung, Reifenwechsel (Spurhaltesysteme)
  • Austausch von Spiegel-Einheiten (Totwinkelwarner)
  • Karosseriearbeiten nach Unfällen in Nähe von Sensoren
  • Software-Updates der Fahrerassistenz-Steuergeräte
⚠️ Was passiert bei falscher oder fehlender Kalibrierung?
  • Notbremsung löst zu spät oder gar nicht aus – mit potenziell tödlichen Folgen
  • Spurhalteassistent lenkt das Fahrzeug aktiv in falsche Richtung
  • Adaptiver Tempomat erkennt vorausfahrende Fahrzeuge nicht korrekt
  • Totwinkelwarner gibt keine oder falsche Warnungen
  • Volle Haftung der ausführenden Werkstatt bei Unfällen durch fehlerhafte Kalibrierung

Statische vs. dynamische Kalibrierung

Es gibt zwei grundlegende Methoden der ADAS-Kalibrierung, die je nach Fahrzeughersteller und Systemtyp vorgegeben sind:

Statische Kalibrierung

Das Fahrzeug steht in einer speziell vorbereiteten Werkstattfläche. Kalibrierungstafeln (Targets) werden in exakt definierten Abständen und Winkeln zum Fahrzeug aufgestellt. Das Diagnosesystem leitet den Techniker durch den Prozess und überprüft das Ergebnis automatisch.

Dynamische Kalibrierung

Das System kalibriert sich selbst während einer Testfahrt auf einer geraden, gut markierten Straße. Das Diagnosegerät überwacht den Prozess und gibt an, wann die Kalibrierung erfolgreich abgeschlossen wurde. Manche Hersteller schreiben Kombinationen aus beiden Methoden vor.

Praxis-Hinweis für Werkstätten

Für die statische Kalibrierung benötigen Sie ausreichend Platz (oft 5–10 Meter vor dem Fahrzeug), eine vollständig ebene Fläche und die richtigen Kalibrierungstafeln für das jeweilige Fahrzeugmodell. Professionelle Systeme wie der ADAS-Max von OBDWelt.de liefern alle Targets und die zugehörige Software inklusive.

Ablauf einer professionellen ADAS-Kalibrierung

1

Vorbereitung des Fahrzeugs

Reifendruck prüfen, Fahrwerk in Grundstellung bringen, korrekte Fahrzeughöhe sicherstellen, alle Systeme auf Fehlerfreiheit prüfen.

2

Hersteller-spezifische Anleitung laden

Das Diagnosesystem lädt die genauen Parameter für Fahrzeugmodell und Baujahr – inklusive erforderlicher Abstände und Target-Positionen.

3

Target aufstellen & ausrichten

Kalibrierungstafeln werden nach Systemvorgabe exakt positioniert. Laser-Hilfswerkzeuge erleichtern die präzise Ausrichtung.

4

Kalibrierung starten & validieren

Das System führt den Prozess durch und gibt eine Bestätigung mit Protokoll aus. Bei Abweichung werden Korrekturanweisungen angezeigt.

5

Dokumentation für den Kunden

Ein ausgedrucktes Kalibrierungsprotokoll schützt die Werkstatt rechtlich und zeigt dem Kunden die durchgeführte Arbeit.

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